Neue Sanierungsmöglichkeiten für Unternehmen

Seit dem 1. Januar 2021 gibt es in Deutschland neue Sanierungsmöglichkeiten für Unternehmen und weitreichende Änderungen im Sanierungs- und Insolvenzrecht* sind in Kraft getreten.


AKTUELLES
Seit dem 1. Januar 2021 können Unternehmen neue Sanierungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen, müssen dabei aber viele Besonderheiten beachten und die Neuerungen im Sanierungsrecht im Blick behalten. Wir bringen in dieser Übersicht ein wenig Licht ins Dunkel und begleiten Sie gern bei der Sanierung Ihres Unternehmens.

Neben umfassenden Anpassungen der Insolvenzordnung zur Stärkung der Sanierung von Unternehmen im Rahmen einer Eigenverwaltung gibt es erstmals mit der Einführung des Restrukturierungsrahmens in Deutschland die Möglichkeit, mit Mehrheitsentscheidungen und weitestgehend gerichtsfrei eine Restrukturierung zu organisieren. Bislang galt das Prinzip der Freiwilligkeit, so dass immer eine 100% Zustimmung aller Beteiligten zum Sanierungskonzept erforderlich war. Das ändert sich jetzt und verschafft Unternehmen einen größeren Handlungsspielraum bei der Bewältigung einer Unternehmenskrise.

Neu: Restrukturierungsrahmen

Die Einführung des Restrukturierungsrahmens („StaRUG“) geht auf eine Initiative der EU-Kommission zurück und soll es Unternehmen ermöglichen, außerhalb eines Insolvenzverfahrens mit einem verlässlich planbaren Verfahren die Restrukturierung mit einer Mehrheitsentscheidung unter den Gläubigern zu organisieren. Diese Regelung gilt seit dem 1. Januar 2021.

Lesen Sie mehr zum Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen und zu unseren StaRUG-Leistungen.

Anpassungen bei der Eigenverwaltung

Krisengeschüttelte Unternehmen stehen auch noch weitere Möglichkeiten zur Sanierung offen. So wurde das erfolgreiche Sanierungsinstrument der Eigenverwaltung weiterentwickelt, sei es als Schutzschirmverfahren oder als reguläre Eigenverwaltung.

Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen mit diesem Sanierungsinstrument wurden zum 1. Januar 2021 verschiedene Anpassungen in die Insolvenzordnung aufgenommen. Wesentliches Element ist die „Eigenverwaltungsplanung“, die bei jedem Verfahren nunmehr beizufügen ist. Das schafft eine bessere Planbarkeit der Verfahren und wird die Qualität der Sanierung in der Eigenverwaltung stärken.

Lesen Sie hierzu mehr.

COVInsAG

Vor dem Hintergrund der aktuellen Auswirkungen der Corona-Pandemie hat der Gesetzgeber weiterhin, zeitlich befristet, umfassende Sonderregelungen für die Insolvenzantragstellung von Unternehmen geschaffen („COVInsAG“). Sind die Unternehmen „Corona-Opfer“ können sie nach dem bisherigen Recht, zu vereinfachten Bedingungen, eine Eigenverwaltung beantragen. Dies muss allerdings bereits im Insolvenzantrag von einem unabhängigen Experten in einer Bescheinigung bestätigt werden.

Schließlich gibt es im COVInsAG sogar Regelungen, wonach die Verpflichtung zur Stellung eines Insolvenzantrags bis 30. April 2021 ausgesetzt wurde. Diese Frist wurde vom Gesetzgeber nicht verlängert. Daher gilt seit dem 1. Mai 2021 in Deutschland wieder in vollem Umfang die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags für alle Unternehmen bei Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung.

Wir haben die wichtigsten Inhalte des COVInsAG hier übersichtlich für Sie zusammengestellt.

Weitere Anpassungen

Weitere, durchaus weitreichende Anpassungen, wie die Präzisierung der Insolvenzantragsgründe, das Erfordernis zur Einrichtung eines Frühwarnsystems, wurden ebenfalls zum 1. Januar 2021 ins Gesetz aufgenommen.

Kompetente Unterstützung sinnvoll

Insgesamt haben sich die Handlungsmöglichkeiten zur Bewältigung einer Unternehmenskrise vergrößert. Die Anwendung dieser verschiedenen Instrumente erfordert jedoch kompetente Unterstützung von Beratern mit sanierungs- und insolvenzrechtlichem Know-how und langjähriger Erfahrungen. Sehr gern können die Restrukturierungspartner Sie dabei unterstützen.

Sprechen Sie uns an:

*Mit dem Gesetz zur Fortentwicklung des Sanierungs- und Insolvenzrechts (SanInsFoG) hat der Bundestag nicht nur die Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2019 über den präventiven Restrukturierungsrahmen aufgegriffen und in einem neuen Gesetz, dem Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen („StaRUG“) geregelt. Mit dem SanInsFoG werden auch die Ergebnisse der Evaluation des Gesetzes zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) aufgegriffen und umgesetzt. Darüber hinaus wurden vorübergehende Anpassungen des Sanierungs- und Insolvenzrechts an die durch die Krisenfolgen geprägte Sondersituation durch die COVID-19-Pandemie vorgenommen.

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