Sachwalter

In der Eigenverwaltung verbleibt die Verwaltungs- und Verfügungsgewalt bei der Eigenverwaltung (Geschäftsführung und CRO). Das Verfahren bleibt somit für die Geschäftsführung steuerbar. Das Gericht bestellt zur Überwachung der Tätigkeiten der Eigenverwaltung einen Sachwalter.

Sale-and-lease-back

Verkauf von Vermögensgegenständen aus dem Anlagevermögen an eine Leasing-Gesellschaft mit anschließendem Vertrag zur weiteren Nutzung gegen Gebühr durch das Unternehmen. Ziel ist die schnelle Freisetzung von Liquidität, welche dann allerdings zulasten zukünftiger, regelmäßiger (Raten-)Zahlungen geht. Dieses Instrument wird auch häufig als bilanzpolitisches Mittel verwendet.

Sanierungsgutachten

Ein Gutachten, welches eine Aussage zur Fortführungs- und Sanierungsfähigkeit eines Unternehmens treffen soll.

Das Gutachten hat typischerweise die höchstrichterliche Rechtsprechung des BGH und/oder die Anforderungen des IDW S 6 einzuhalten.

Weiterführende Informationen

Sanierungskredit

Wird in aller Regel durch die beteiligten Banken bei positiver Fortführungsprognose, also nach Vorlage des Sanierungsgutachtens durch externe Dritte, gewährt. Dient der Abwendung von Insolvenzantragsgründen und der Finanzierung von Restrukturierungsmaßnahmen auf Basis eines Sanierungsgutachtens.

Schutzschirmverfahren

Durch das am 1. März 2012 in Kraft getretene ESUG wurde das Schutzschirmverfahren eingeführt. Das Schutzschirmverfahren gem. § 270 b InsO ist ein Spezialfall der Eigenverwaltung vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Es soll dem Schuldner durch frühzeitiges Handeln die Sanierung seines Unternehmens erleichtern. Es handelt sich dabei um ein Verfahren zur Vorbereitung einer Sanierung durch Insolvenzplan in Kombination mit Eigenverwaltung. Hiermit ist die Möglichkeit eröffnet, innerhalb eines Zeitraumes von max. drei Monaten in dem so genannten Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung unter Aufsicht eines vorläufigen Sachwalters und ohne Vollstreckungsmaßnahmen einen Sanierungsplan zu erarbeiten. Dieser kann im Anschluss als Insolvenzplan umgesetzt werden. Die Zahlungsunfähigkeit darf aber noch nicht eingetreten sein, wenn das Schutzschirmverfahren beantragt wird. Zudem darf die angestrebte Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos sein.

Weiterführende Informationen

Share Deal

Art des Unternehmenskaufes, bei dem die Gesellschaftsanteile an der Unternehmung übernommen werden. Es ändert sich damit lediglich der Inhaber der Gesellschaft, die Rechtsverhältnisse der Zielgesellschaft bleiben grundsätzlich unberührt. Zu beachten sind in diesem Zusammenhang insbesondere Change-of-Control-Regelungen/-Klauseln.

Share Purchase Agreement (SPA)

Vertrag, mit dem Anteile an einer Gesellschaft verkauft werden (Share Deal).

Short list

Liste mit Kaufinteressenten in einem Investorenprozess, welche aufgrund der Rückmeldungen und Interessenbekundungen zur Ansprache/zum Teaser erstellt wird.

Signing

Schritt vor dem sogenannten Closing, bei dem nach vollzogener Due Diligence und abgeschlossenen Kaufvertragsverhandlungen der Kaufvertrag mit den beim Unternehmenskauf oder -verkauf zugehörigen Modalitäten unterschrieben wird.

Signing Date

Datum, an dem der Kaufvertrag unterschrieben wird

Spin-off

Ausgliederung eines Geschäftsbereichs oder Teilbereichs, um diesen so in ein eigenständiges Unternehmen zu verwandeln.

Stakeholder

Personengruppen/Interessensgemeinschaften oder auch Institutionen, die wirtschaftliche oder andere Interessen an der Fortentwicklung eines an einer Transaktion beteiligten Unternehmens haben. Stakeholder sind beispielsweise Mitarbeiter (zum Beispiel Interesse am Erhalt von Arbeitsplätzen), Kunden (zum Beispiel Interesse an künftigen Geschäftsbeziehungen), Lieferanten, Kapitalmärkte sowie der Staat und die Öffentlichkeit (zum Beispiel politische Gruppierungen/Parteien, Verbände, Kirchen, Medien, Gewerkschaften etc.).

Stille Beteiligung

Die Stille Beteiligung stellt eine Form der Kapitalzufuhr dar, bei der ein Investor keine Anteile bekommt, sondern vertragsrechtlich am Gewinn beteiligt wird. Stille Beteiligungen lassen sich sehr individuell ausgestalten. Dabei müssen unter anderem Vergütungshöhe, Dauer der Beteiligung und Berichtsstruktur abgestimmt werden. Die in der Regel gegebene Unabhängigkeit des Unternehmers vom Kapitalgeber machen dieses Instrument vor allem für klein- und mittelständische Unternehmen interessant. Allerdings führt die fehlende Mitsprache im Gegenzug oft zu höheren Renditevorstellungen als bei einem Kredit (Darlehen).

Stillhaltevereinbarung

Eine Vereinbarung während der Zeit in der Kreditnehmer mit Hilfe von Beratern ein Sanierungskonzept entwickeln. Um Rechtssicherheit während dieser Phase zu gewähren kommt es zum Abschluss der Stillhaltevereinbarung, im Rahmen derer Kündigungsrechte für den Kreditgeber für eine gewisse Zeit ausgeschlossen werden. Eine Stillhaltevereinbarung wird meist nicht länger als für eine Zeitdauer von drei Monaten abgeschlossen.

Strategischer Investor

Ein „Strategischer Investor“ verfolgt mit der Transaktion geschäftspolitische Ziele. Er möchte das Zielunternehmen mit dem eigenen Geschäft verbinden, zum Beispiel indem er Synergien erzielt oder neue Geschäftsfelder eröffnet.