Bescheinigung

Für verschiedene Sanierungsmöglichkeiten benötigt ein Unternehmen eine gutachterliche Experteneinschätzung, eine sogenannte Bescheinigung.

In welchen Fällen eine solche Bescheinigung erforderlich ist und was genau bescheinigt werden muss, ist detailliert im Gesetz geregelt.

Vereinfacht gesagt ist eine Bescheinigung immer dann erforderlich, wenn ein Unternehmen kein „normales“ Insolvenzverfahren beantragt, sondern es abweichend von der Regel einen anderen, einen privilegierten Sanierungsweg einschlagen möchte.

Im Kern wird in einer Bescheinigung auf Basis einer umfangreichen kaufmännischen Analyse bestätigt, dass bestimmte wirtschaftliche Voraussetzungen beim Unternehmen vorliegen. Diese beziehen sich u. a. auf

  • das Vorliegen von Insolvenzgründen (besteht Zahlungsunfähigkeit oder nicht, besteht eine Überschuldung),
  • die Sanierbarkeit von Unternehmen (offensichtlich aussichtslos oder nicht)
  • oder auch auf die Betroffenheit der Unternehmen von den Folgen der Corona-Pandemie.

Zu diesen Fragen nimmt der Bescheiniger gutachterlich Stellung und stellt gegenüber dem Gericht dar, warum er zu dieser Einschätzung kommt. Hierzu benötigt er umfangreiches betriebswirtschaftliches Sanierungs-Know-how. Er braucht daneben aber auch die Erfahrung, welche konkreten Möglichkeiten nach der Insolvenzordnung bestehen und wie diese in der Praxis umgesetzt werden können.

Eine Bescheinigung benötigt man, wenn man

  • einerseits ein Schutzschirmverfahren zur Sanierung des Unternehmens wählt (sogenannte Bescheinigung nach § 270d InsO n.F.) oder
  • andererseits bestimmte Ausnahmeregelungen nutzen möchte, die im Zuge der Corona-Pandemie durch das COVInsAG geschaffen wurden.

Bescheinigung für ein Schutzschirmverfahren

Eine Voraussetzung, damit das Gericht ein Schutzschirmverfahren nach § 270d InsO (neue Fassung) anordnen kann, ist die Vorlage einer Bescheinigung. Darin bestätigt eine sachkundige Person („Bescheiniger“), dass bei dem Unternehmen, das den Antrag stellt, lediglich eine drohende Zahlungsunfähigkeit oder eine Überschuldung vorliegt, aber eben noch keine eingetretene Zahlungsunfähigkeit. Weiterhin muss der Bescheiniger bestätigen, dass die Sanierung des Unternehmens nicht offensichtlich aussichtslos ist.

Diese Regelung gab es bereits im bisherigen Recht und wurde durch die neue Gesetzgebung nicht geändert.

Bescheinigung für COVInsAG

Mit dem COVInsAG wurden weitere, neue Anwendungsfälle für eine Bescheinigung eingeführt. Hierzu zählt z. B. die Möglichkeit zur Anwendung des bisherigen, also des bis 31. Dezember 2020 geltenden, Insolvenzrechts entweder als Schutzschirmverfahren oder als reguläre Eigenverwaltung zur Sanierung des Unternehmens. In diesen Fällen ist es erforderlich, dass ein sachkundiger Experte bescheinigt, dass bestimmte Voraussetzungen bei diesem Unternehmen vorliegen, damit es in den Genuss dieser Sanierungsprivilegien kommen kann.

Wie können die Restrukturierungspartner Unternehmen helfen?

Die Restrukturierungspartner sind geeignete Experten, um eine Bescheinigung zu erstellen.

Burkhard Jung, Dr. Stefan Weniger und Dr. Robert Tobias werden regelmäßig als Bescheiniger beauftragt, da sie über langjährige Sanierungserfahrung verfügen, zertifizierte Sanierungsberater sind, aktiv die Arbeit von diversen Beratungs- und Insolvenzverwalterverbänden begleiten und regelmäßig als Dozenten, Referenten und Verfasser von Fachartikeln auftreten.

Wir haben Ihnen die wichtigsten Informationen zum Thema Bescheinigung übersichtlich auf einer Seite aufbereitet.

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