Sanierungskonzepte und Umsetzung

Sanierungskonzepte (auch Sanierungsgutachten oder Restrukturierungskonzepte genannt) und deren Umsetzung gehören zusammen. Weder macht ein Konzept allein Sinn, wenn es nicht in die betriebliche Praxis einfließt, noch ist konzeptloses Handeln zielführend, wenn das Unternehmen wieder auf Kurs gebracht werden soll.

Denn: Wenn der Unternehmer merkt, dass es in seinem Unternehmen nicht mehr rund läuft, muss er sich überlegen, wie er den Ursachen der Krise auf den Grund geht und wie er Maßnahmen nach vorne entwickelt, um das Unternehmen wieder stabil aufzustellen. Häufig wird in diesem Zusammenhang gerade von den beteiligten Banken der Ruf nach einem Sanierungskonzept gemäß IDW S 6 oder einem Sanierungskonzept entsprechend der aktuellen Rechtsprechung des BGH laut. Manchmal fällt in diesem Zusammenhang auch der Begriff „Independent Business Review (IBR)“, eine Kurzform eines Sanierungsgutachtens.

Die Restrukturierungspartner entwickeln solche Sanierungskonzepte gemeinsam mit dem Unternehmen!

Dabei prüfen wir das Unternehmen auf Herz und Nieren, erarbeiten gemeinsam Maßnahmen zur Restrukturierung und bilden alles in einem Sanierungskonzept ab, das für die beteiligten Banken sowie ggf. weitere Beteiligte verständlich ist. Auf einer derartigen Basis können dann die erforderlichen Entscheidungen für die weitere Begleitung des Unternehmens durch die Finanzierer getroffen werden.

Was sind die Kernbestandteile?

Kernbestandteile eines Sanierungskonzeptes gemäß IDW S 6 bzw. entsprechend der Rechtsprechung des BGH sind:

Darstellung und Analyse; dazu gehören i.d.R.:

  • aktuelle wirtschaftliche Situation
  • kurzfristige Liquiditätsplanung
  • Einordnung des Krisenstadiums
  • Markt- und Wettbewerbssituation
  • Operative Prozesse, Wertschöpfungskette

Leitbild; dazu gehören:

  • Kernkompetenzen
  • Strategische Ausrichtung… hierunter können alle denkbaren Neuausrichtungen wie z.B. weiteres Wachstum, Zukauf anderer Unternehmen, Fokussierung auf bestimmte Produkte oder Geschäftsbereiche fallen

Sanierungsmaßnahmen; dazu gehören:

  • Finanzwirtschaftliche Maßnahmen zur Wiederherstellung bzw. Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit sowie zur Eigenkapitalstärkung des Unternehmens
  • Operative Maßnahmen zur Optimierung der Wertschöpfungskette
  • Strategische Maßnahmen, um das Unternehmen in Richtung Leitbild zu bewegen

Integrierte Planungsrechnung:

  • Abbildung der Entwicklung von Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Liquidität über einen Zeitraum von ca. 3 Jahren
  • Darstellung der Effekte der eingeplanten Sanierungsmaßnahmen

Steht das Sanierungskonzept, ist im ersten Schritt mit den beteiligten Finanzierern zu sprechen.

Diese müssen das Unternehmen durch das Offenhalten der Kreditlinien oder frisches Geld weiter unterstützen, um ihm so die Zeit zu geben, die operativen und strategischen Maßnahmen zur Sanierung sicher umsetzen zu können.

Denn: Während das Sanierungsgutachten in vielen Fällen in einem Zeitraum von 6-8 Wochen erstellt werden kann, dauert die Umsetzung aller Sanierungsmaßnahmen deutlich länger.

 

Was ist Teil einer erfolgreichen Umsetzung?

Zu einer erfolgreichen Umsetzung gehören häufig:

  • Einrichten eines externen Sanierungsreportings, um den Finanzieren in regelmäßigen Zeitabständen unabhängig von dritter Seite über den Fortgang des Restruktuierungsprozesses berichten zu können.
  • Einsetzen eines Interim-Managers für spezielle Aufgaben, z.B. im Einkauf, Vertrieb oder Produktion, sofern im Unternehmen selbst keine ausreichende Kapazität oder Know-how zur Verfügung steht. Der Einsatz des Interim-Managers ist dabei in aller Regel bewusst auf Zeit angelegt. Ziel ist es, das Unternehmen bzw. seine Mitarbeiter selbst zu befähigen.
  • In größeren und/oder komplexen Fällen bietet sich der Einsatz eines Sanierungsgeschäftsführers bzw. CRO (Chief Restructuring Officer) an, der das Sanierungskonzept aus dem Unternehmen heraus organisiert und verantwortet. Er ist erster Ansprechpartner für alle die Restrukturierung betreffenden Sachverhalte, sowohl intern als auch extern, und kann damit auch unpopuläre Entscheidungen leichter umsetzen als das angestammte Management.
  • Einsatz eines Lenkungsausschusses, dem neben dem Unternehmen selbst der Sanierungsberater, der CRO, aber insbesondere auch Teile der Finanzierer angehören. Aufgabe dieses Ausschusses ist es, die Restrukturierung zu überwachen und dem Unternehmen bei zentralen Fragestellungen beratend zur Seite zu stehen.

Die gesamte Umsetzungsphase steht bei uns unter der Überschrift „Hilfe zur Selbsthilfe“: Wir erfüllen unsere Aufgabe nur dann, wenn das Unternehmen nach einem mit allen Beteiligten abzustimmenden Zeitraum wieder wettbewerbsfähig aufgestellt ist und seine Aufgaben rentabel allein und ohne Hilfe von außen lösen kann. Denn am Ende ist allein das das Ziel von Sanierungskonzept und Umsetzung!