Am 16.03.2020 stellten mehrere Gesellschaften der ARWE Group Insolvenzantrag. Die Restrukturierungspartner, unter Leitung von Dr. Stefan Weniger, und Dr. Stefan Proske von der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek beraten die Gruppe.

Das Amtsgericht Augsburg ordnete am 17.03.2020 antragsgemäß die vorläufige Eigenverwaltung für die arwe Holding GmbH, die arwe Automotive Service GmbH, die arwe CarRental Service GmbH und die arwe Mobility Service GmbH an und bestellte den Rechtsanwalt Dr. Paul Abel, anchor Rechtsanwälte, zum vorläufigen Sachwalter. Betreffend die CAR24 GmbH sowie die europäischen Tochtergesellschaften der ARWE Group sind keine Insolvenzanträge gestellt.

Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ist eine vorrangig für Unternehmenssanierungen vorgesehene Sonderform des Insolvenzverfahrens, bei dem die Geschäftsleitung handlungsfähig bleibt. Es gibt keinen Insolvenzverwalter, sondern lediglich einen Sachwalter, der das Verfahren für die Gläubiger überwacht.

ARWE zählt seit über 45 Jahren zu den führenden Dienstleistungsunternehmen in der professionellen Fahrzeugaufbereitung, -pflege und -logistik. Mit über 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an über 500 Standorten in Europa erbringt das Unternehmen seine Serviceleistungen. ARWE verarbeitet pro Jahr über 3 Millionen Fahrzeuge und führt über 300.000 Fahrzeugaufbereitungen durch.

Die sich seit längerem abzeichnende schwierige wirtschaftliche Lage in den Kernmärkten des Unternehmens hat jetzt durch die Auswirkungen des Coronavirus Dimensionen angenommen, welche eine Fortführung der Geschäfte auf einer soliden finanziellen Basis nicht mehr ermöglichen. „Angesichts der aktuellen Unsicherheit über die Entwicklungen im Mobilitätssektor war die weitere Finanzierung gefährdet“, so der CEO der ARWE Group, Ulrich Feißt, und fährt fort „der rechtliche Schutzschirm der Eigenverwaltung biete jetzt den geeigneten Rahmen, um die Sanierung trotz des erschwerten Umfelds noch zum Erfolg zu führen.“

Die Gruppe wird beraten von dem auf Sanierung und Insolvenzrecht spezialisierten Rechtsanwalt Dr. Stefan Proske von der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek, Berlin, und einem Team der Unternehmensberatung Restrukturierungspartner RSP GmbH & Co. KG unter der Leitung von Dr. Stefan Weniger.

Der Geschäftsbetrieb von ARWE wird uneingeschränkt fortgeführt. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit jedenfalls bis Ende April 2020 gesichert.

Über die ARWE Group
Die ARWE Group ist ein zentraler Mobilitäts-Dienstleister mit Standorten in England, Frankreich, Spanien, Deutschland und Österreich. Der Rundum-Service umfasst alle Aufgaben von der professionellen Fahrzeugaufbereitung und -pflege über Reparatur bis hin zu Fahrzeuglogistik und Turnaroundmanagement. Die Experten der ARWE Group übernehmen außerdem CarSharing- und CarRental-Services und tragen somit zur Sicherung der Mobilität bei. Zu den langjährigen Kunden gehören Automobilhersteller, Automobilhändler, Autovermietungsgesellschaften, Leasinggesellschaften und CarSharing-Anbieter. Mit ihrer breiten Aufstellung ist ARWE in der vorteilhaften Situation, den Kunden übergreifende Systemlösungen anbieten zu können und dadurch nachhaltigen Mehrwert zu generieren. Komplexe Aufgabenstellungen können so ohne Schnittstellen aus einer Hand angeboten und umgesetzt werden.

 

Das Team der Restrukturierungspartner
Dr. Stefan Weniger, Michael Hofmann, Martin Gaida, Marie Lorkowski