Insolvenzantragspflicht wieder aktiv!

Seit dem 1. Mai 2021 gilt die Insolvenzantragspflicht wieder ausnahmslos. Unternehmen sollten einen ehrlichen Kassensturz vornehmen, damit sie wissen, wo sie wirklich stehen. Doch damit ist es nicht getan. Um sich gut auf das Ende der Pandemie vorzubereiten, sind weitere Maßnahmen notwendig.

ERSTELLT AM 17. Mai 2021

Der Fachverband Sanierungs- und Insolvenzberatung des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater e. V. (BDU) unter Leitung von Burkhard Jung hat hierzu in den vergangenen Tagen eine Stellungnahme herausgegeben. Die fünf zentralen Bausteine für einen erfolgreichen Restart nach der Pandemie sind:

1. Kassensturz und Planung
Sie als Unternehmer müssen die eigene Situation sachgerecht analysieren. Dabei sollten Sie insbesondere hinterfragen, ob beispielsweise Ihre Liquidität nur deshalb positiv ist, weil Finanzämter, Sozialversicherungsträger und/oder Vermieter ihre Ansprüche gestundet haben. Sollte dies der Fall sein, dann ist es wichtig zu wissen, wann diese Beträge fällig werden? Und vergessen Sie nicht eine fundierte Planung: Wenn Sie das Bestehende sinnvoll verändern wollen, müssen Sie wissen, wo Sie stehen und wie Sie sich ohne und mit Maßnahmen entwickeln.

2. Wieder-Anlauf managen
Wenn die Wirtschaft wieder anläuft, wird zunächst der Working Capital-Bedarf steigen und damit die Liquidität in Anspruch genommen. Verschärft werden könnte die Situation dadurch, dass die Lieferanten wegen vorsichtiger Warenkreditversicherer (WKV) zu kurzen Zahlungszielen neigen. Achtung: Der Schutzschirm der WKV läuft zum 30. Juni 2021 aus. Sie sollten daher frühzeitig Lösungen für diesen möglichen Engpass ausarbeiten.

3. Reorganisation angehen
Auch wenn die Aussichten noch nicht für alle Wirtschaftszweige wirklich klar sind: Sie müssen den „Neustart“ jetzt angehen. Spätestens im nächsten Jahr müssen auch die besonders von Corona betroffenen Branchen wieder marktübliche Renditen vorweisen, um weiterhin finanzierbar zu bleiben.

4. Transformation trotz aber auch wegen der Pandemie
Die Transformation der Wirtschaft und damit der Geschäftsmodelle wurde durch die COVID-19-Pandemie beschleunigt. Auch wenn Sie in den letzten Monaten Ihr Hauptaugenmerk auf das Überleben Ihres Unternehmens gerichtet haben: Jetzt müssen Sie den Blick wieder weiten und überlegen, womit Sie in Zukunft Geld verdienen können. Megatrends, wie beispielsweise ein veränderten Mobilitäts- oder Einkaufverhaltens oder das Agieren in Plattformökonomien, beeinflussen aktuell schon das unternehmerische Handeln. Sie sollten die Frage eines digitalen Workflows oder das Adaptieren auf digitalisierte Geschäftsmodelle beantwortet können. Hier entscheidet sich die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens.

5. Jetzt investieren
Sie als Unternehmer haben richtigerweise in den letzten Monaten eher das Geld zusammengehalten und Ihre Liquidität zum Teil über Corona-Finanzierungen gesichert. Für Investitionen fehlte – tatsächlich oder vermeintlich – das Geld. Aber Achtung: Dies sollte nicht dazu führen, dass Sie Investitionen, die die Transformation unterstützen oder sogar dafür notwendig sind, nicht oder nicht konsequent durchführen. Im Gegenteil: Führen Sie zielgerichtete Gespräche mit Ihrer Hausbank oder alternativen Finanzierern, um die aktuell notwendigen Investitionen tätigen zu können.

Burkhard Jung und Stefan Weniger sprechen über die wichtigsten Maßnahmen, die dafür Sorge tragen, dass Sie mit Ihrem Unternehmen wieder richtig durchstarten können.

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