KSI 3/2016: Funktionen und Folgen einer professionellen Liquiditätsplanung

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift KSI (3/2016) teilen Dr. Robert Tobias und David Glemnitz ihre Erfahrungen im Umgang mit Liquiditätsplanungsprozessen in der Sanierungspraxis

ERSTELLT AM 23. Mai 2016

Eine professionelle Liquiditätsplanung umfasst jedenfalls in Krisenzeiten deutlich mehr als nur die Prognose zukünftiger Liquiditätsspielräume oder Liquiditätsengpässe. Sie erfüllt gerade dann neben der Prognose- auch eine Handlungs- und Kommunikationsfunktion. Zudem spielt sie eine zentrale Rolle im Rahmen von Haftung und Anfechtung.

Auszug

Das Geld- und Kreditwesen moderner Volkswirtschaften hat sich seit Marx und Simmel von substanziellen Wertbestimmungen gelöst. Der Wert des Geldes bestimmt sich nicht nach seinem Edelmetallgehalt, sondern anhand seines Tauschwerts. Geldverkehr ist also Liquiditätsvermögen in Reinform. Die Liquiditätsspielräume bestimmen also ganz wesentlich, ob und mit welcher Schlagkraft ein Unternehmen handeln und sich als vertrauenswürdiger Marktteilnehmer im Wettbewerb behaupten kann. Daher überrascht es umso mehr, dass im Besonderen viele mittelständisch geprägte Unternehmen in der Praxis über keine bzw. nur sehr rudimentär ausgeprägte Finanzpläne und Liquiditätssteuerungssysteme verfügen. Die Unternehmensführung beschränkt sich oft auf die Durchsicht der betriebswirtschaftlichen Auswertungen der Vormonate und die Analyse von Jahresabschlüssen. Finanz- und Liquiditätspläne nach vorn fehlen. Alles Weitere ist „Management by Kontostand“ und so überrascht es nicht, dass Liquiditätsspielräume nur dann ein Thema werden, wenn sie nicht mehr vorhanden sind. Liquidität scheint ein Schlechtwetterthema zu sein, zumindest ist es eines für Krisenzeiten, in denen schrumpfende „Tauschmöglichkeiten“ unübersehbar daran erinnern, dass Liquiditätserhaltung eine wesentliche Nebenbedingung des betrieblichen Wirtschaftens ist.

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