Umsetzungsorientierte Beratung in allen Krisenphasen

Oftmals wird die Erstellung eines Sanierungskonzeptes mit dem Ende der Krise gleichgesetzt. Schließlich sind Krisenursachen analysiert, Sanierungsmaßnahmen definiert und die Durchfinanzierung dargestellt. Ein Blick in die Praxis zeigt jedoch: das eigentliche Ziel – eine nachhaltige Überwindung der Krise – startet erst nach Vorlage eines Sanierungskonzeptes und ist erst dann abgeschlossen, wenn das Unternehmen neu ausgerichtet und alle Maßnahmen operativ umgesetzt sind. Wir zeigen, was Unternehmen beachten müssen.

ERSTELLT AM 24. September 2021

Spätestens nach erstelltem und dem Bankenkreis vorgestelltem Sanierungskonzept scheint der weitere Weg klar: Das Leitbild, das heißt die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens, ist beschrieben und erforderliche Sanierungsmaßnahmen definiert. Beide inhaltlichen Blöcke finden im Zahlenwerk des Konzeptes ihren Niederschlag und zeigen am Ende des Betrachtungszeitraumes ein saniertes Unternehmen. Ein erfolgskritischer Aspekt wird jedoch in den meisten Konzepten entweder nur am Rande erwähnt oder sehr oft gar nicht thematisiert: Wie soll die Umsetzung operativ gesteuert werden?

Die Freude über das Sanierungskonzept, vor allem die durch weitere Bankenkredite, Zwischenfinanzierungen oder Gesellschaftereinlagen scheinbar gelösten Finanzierungsengpässe, überdeckt in vielen Fällen die eigentliche an die „theoretische Denkarbeit“ sich anschließende „praktische Herausforderung“: Vielen Unternehmen fehlt es schlichtweg an Personal, die zur Sanierung beschriebenen Maßnahmen in der geforderten Qualität und innerhalb des geforderten Zeitrahmens umzusetzen. Nicht selten folgt dadurch auf das erste Sanierungskonzept nach ein bis zwei Jahren das zweite, jedoch mit einem deutlich höheren Handlungsdruck. Die Freude über das erste Konzept ist mittlerweile der Unzufriedenheit über die Situation und teilweise der bankenseitigen Absicht zur Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen gewichen.

Damit es nicht zu diesem Punkt kommt, sollten Unternehmen einige Punkte beachten – zum einen bei der grundsätzlichen Erarbeitung des Konzepts, zum anderen aber auch im Hinblick auf die Komplexität der Themen im Zeitverlauf. Grundsätzlich sollte das Unternehmen bei allen erarbeiteten Sanierungsmaßnahmen – angefangen bei der Einsparung von Sachkosten bis zur strategischen Repositionierung eines Unternehmens in einem möglicherweise sich stark verändernden Marktumfeld – die Umsetzbarkeit beachten und überprüfen. Das reine Niederschreiben von Wunschdenken und einem unternehmerischen Idealbild ist genauso wenig sinnvoll wie die oftmals nicht ansatzweise belastbaren „Hockey Stick-Planungen“ vieler Unternehmen.

Daher sollte jedes Unternehmen je Themenbereich klassische Fragen im Blick haben und jeweils die Begleitung der Umsetzung durch eigene Ressourcen selbstkritisch hinterfragen, um eben nicht in die Situation zu kommen, ein zweites Sanierungskonzept durchdenken zu müssen.

Grob lässt sich die operative Umsetzung der Maßnahmen in drei Handlungsphasen unterteilen, die jeweils für das Gelingen des Sanierungsprozesses erfolgskritisch sind, jedoch unterschiedliche Anforderungen bzgl. der inhaltlichen Strukturierung und der Umsetzung an die Begleitung stellen:

1. Transformation des Unternehmens
2. Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen
3. Kontrolle des Sanierungsprozesses

1. Transformation des Unternehmens
Strategische Veränderungen, beginnend bei der Gestaltung des Leistungs- und Produktportfolios, über die Anpassung von Prozessen und Organisationsstrukturen bis hin zu möglichen Zu- oder Verkäufen von Geschäftsbereichen, sind die „Königsdisziplin“ betrieblicher Veränderungsprojekte. Diese Projekte zu strukturieren und zu steuern, ist eine Vollzeitaufgabe. Jeglicher Ansatz, diese Themen „neben dem Tagesgeschäft mitzumachen“ oder „in die Organisation zu delegieren“, ist zum Scheitern verurteilt. Vielmehr sollte das Unternehmen eine in diesen Themen erfahrene Berater-Unterstützung als „Sparringspartner“ für das Top-Management ins Unternehmen holen. Nur so kann sichergestellt werden, dass mit entsprechender Kompetenz und Zielorientierung die entsprechenden Themen – von der Strategie über die Ziele bis hin zu den abgeleiteten Maßnahmen – erarbeitet werden und dann auch den Weg in die Umsetzung finden.

2. Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen
Vermeintlich leichter tun sich Unternehmen bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung. Hier zeigt sich jedoch oft folgendes Phänomen: „harmlose“ Maßnahmen, zum Beispiel die Reduzierung von Sachkosten werden meist als erstes angegangen und auch zum Teil wie geplant umgesetzt. Solche Maßnahmen, die jedoch mit Veränderungen in der Organisation einhergehen, werden durch die Organisation selten mit Euphorie begleitet, sondern oft torpediert oder schlicht ignoriert. Gemeint sind damit nicht nur Maßnahmen, die Personalkostenreduzierungen zum Ziel haben, sondern auch solche, die auf eine Umgestaltung von Arbeitsumgebungen, Prozessen oder Organisationsstrukturen abzielen.

Hilfreich ist an dieser Stelle der Einsatz eines „neutralen Dritten“, der das Projektmanagement und die Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen verantwortet. Auch wenn ein Mitarbeiter aus dem Unternehmen möglicherweise über die entsprechende Fach- und Führungskompetenz verfügt, läuft er Gefahr, in der Umsetzung „ausgebremst“ zu werden. Durch die Unterstützung externer Berater können Themen zielorientiert verfolgt und umgesetzt werden.

3. Kontrolle des Sanierungsprozesses
Nicht nur für die interne Steuerung, sondern auch zur Dokumentation des Sanierungsprozesses gegenüber Dritten sowie als wesentliche Voraussetzung für das Gelingen des Sanierungsprozesses ist eine Kontrolle der Maßnahmenumsetzung unabdingbar. Hierbei muss das Unternehmen sicherstellen, dass hinsichtlich Art und Umfang des Fortschrittsberichtes den Anforderungen der am Sanierungsprozess beteiligten Parteien, zum Beispiel den finanzierenden Banken, Rechnung getragen wird.

Eine simple Darstellung des Umsetzungsstands der Sanierungsmaßnahmen „in Ampellogik“ ist hierfür jedoch bei weitem nicht ausreichend. Zwingend ist neben der inhaltlichen Beschreibung des Umsetzungsstands daher auch der Abgleich mit dem Sanierungskonzept in quantitativer Hinsicht. So gilt es, mittels eines professionellen Sanierungscontrollings und -reportings die jeweilige Ergebnissituation, genauso wie die aktuelle Liquidität mit der im Konzept abgebildeten Planung zu vergleichen. Nur so kann das Unternehmen Abweichungen möglichst frühzeitig identifizieren und gegensteuern.

Mit dem Controlling einhergehend ist auch eine enge und offene Kommunikation mit den beteiligten Stakeholdern wie zum Beispiel den beteiligten Banken. Gerade diese Kommunikation ist oft nicht frei von Spannungsfeldern und sollte daher zwingend als erfolgskritische Komponente im Sanierungsprozess Berücksichtigung finden.

Was können wir für Sie tun?
Neben der Erstellung eines Sanierungskonzeptes können die Restrukturierungspartner Ihr Unternehmen bei der operativen Umsetzung der Sanierung unterstützen. Hierbei legen wir größten Wert darauf, im „unternehmerischen Dialog“ mit Ihnen unsere Arbeit auf Ihr Unternehmen, die entsprechende Zielsetzung und die beteiligten Parteien anzupassen.

Wir begleiten Unternehmen in allen Phasen der unternehmerischen Krise – bildlich gesprochen von „Viertel vor Zwölf“ bis „Viertel nach Zwölf“:

1. Prozessanalyse und Organisationsveränderungen in der Strategiekrise
2. Realisierung von Kosteneinsparungen in der Ergebniskrise
3. Umsetzung von Refinanzierungen in der Liquiditätskrise
4. Sicherstellung der operativen Betriebsfortführung in der Insolvenz

In allen vier Phasen können wir auch interimistisch die operative Leitungsfunktion übernehmen und Ihnen helfen, die Krise zu überwinden.

Die Restrukturierungspartner haben bereits zahlreiche Unternehmen in allen Phasen der unternehmerischen Krise begleitet. Unser Vorteil ist hierbei die ganzheitliche und lösungsorientierte Abdeckung des gesamten Sanierungsprozesses – beginnend bei der Erstellung des Sanierungskonzeptes bis zur vollständigen Umsetzung der Maßnahmen.

Wir haben die wichtigsten Informationen übersichtlich für Sie zusammengestellt: OnePager Umsetzungsorientierte Restrukturierungsberatung in allen Phasen der unternehmerischen Krise

Kommen Sie gern auf uns zu.

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