Artikel: Automotive-Branche restrukturieren - aber wie?

In der aktuellen Ausgabe der der „Recht Automobil Wirtschaft (RAW)“ befassen sich Prof. Dr. Rolf-Dieter Mönning, Dr. Stefan Weniger und Dr. Thomas Rep in ihrem Artikel „Neue Instrumente zur Bewältigung von Unternehmenskrisenim Automotive-Bereich“ damit, welche Werkzeuge die Rechtsordnung dem tief in der Krise befindlichen Automotive-Sektor zur Restrukturierung bietet.

ERSTELLT AM 18. März 2021

Die Automotive-Branche steht an der Schwelle großer Veränderungen. Neue Instrumente im Bereich der Restrukturierung können helfen, die Folgen dieser Veränderungen zu mildern. Prof. Dr. Rolf-Dieter Mönning (Mönning Feser Partner), Dr. Stefan Weniger und Dr. Thomas Rep gehen den Weg der Sanierung von der Früherkennung bis zum Verfahren in ihrem Artikel.

Lesen Sie mehr in einem kurzen Auszug:

Neue Instrumente zur Bewältigung von Unternehmenskrisen im Automotive-Bereich

I. Einleitung

Dem Automotive-Sektor stehen signifikante Veränderungen, eher sogar Umbrüche bevor. Klimakrise, Technologiewandel, Covid-19-Pandemie werden sich sowohl auf die Beschaffungsseite und damit die Zulieferer als auch auf die Vertriebsseite, also die Autohäuser auswirken, aber auch vor den Produzenten selbst nicht haltmachen, da sich das Käuferverhalten generell und hier vor allem der jüngeren Generation radikal ändert, die ihre Affinität zum Automobil weitgehend verloren hat. Große Zulieferer wie Continental und andere sind bereits in Not, schließen Werke, fahren ihre Kapazitäten herunter und bauen Personal ab. Welche Werkzeuge stellt die Rechtsordnung zur Verfügung, um diese Prozesse zu planen und durchzuführen, und zwar mit dem Ziel der Restrukturierung anstelle einer Liquidation? Im Eilmarsch hat Deutschland das Gesetz zur Fortentwicklung des Sanierungs- und Insolvenzrechts verabschiedet, mit dem die Insolvenzordnung teilweise geändert und die EU-Richtlinie zum Restrukturierungsrahmen umgesetzt wird. Kernstück ist das Gesetz über den Stabilisierungs-und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen („StaRUG“), das den Unternehmen ein Instrument zur frühzeitigen Einleitung eines weitgehend justizfreien Restrukturierungsverfahrens anbietet. Was kann dieses neue Sanierungswerkzeug leisten? Und zwar im Vergleich und vielleicht sogar in Konkurrenz zu einer insolvenzbasierten Sanierung mit Hilfe des moderat geänderten Schutzschirmverfahrens, jetzt geregelt in §270d (bislang b) der Insolvenzordnung (InsO)?

II. „Quo Vadis“ Automobilzulieferindustrie?

Die aktuellen gesellschaftspolitischen Veränderungsprozesse hin zu mehr Nachhaltigkeit und einem höheren Ökologiebewusstsein werden unter wirtschaftlichen Aspekten in ihrer Umsetzung sektorale Transformationsprozesse nach sich ziehen. Innerhalb der gesamten Automobilindustrie – und hier insbesondere der Automobilzulieferindustrie – werden strukturelle Anpassungen erforderlich werden und der Restrukturierungsbedarf rapide ansteigen. Durch die aktuelle Covid-19-Pandemie hat sich der essenzielle Adaptionsprozess zudem noch deutlich beschleunigt. Es vergeht gegenwärtig gefühlt keine Woche, ohne dass nicht ein weiterer namhafter Automobilzulieferbetrieb in einem immer schneller werdenden Rhythmus Stellenabbau und Werksschließungen ankündigt. Bei Bosch, Continental, ZF, Schaeffler bewegen sich die angedachten Stellenstreichungen teilweise im fünfstelligen Bereich. Für kleinere Betriebe wird häufig ein noch düstereres Bild gezeichnet. Drastisch in der Wortwahl formuliert der im November 2020 zurück-getretene Vorstandsvorsitzende von Continental, ElmarDegenhard, die aktuelle Entwicklung der gesamten Automobilindustrie wie folgt: „Einen Markteinbruch in der Automobilindustrie, wie wir ihn derzeit erleben, gab es seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr.“

Auch wenn allenthalben branchenübergreifend – richtigerweise – ein schnelles Handeln postuliert wird, um innerhalb der Automobilzulieferindustrie einer in Aussicht stehenden Marktbereinigung erfolgreich entgegentreten zu können,kann die Frage nach dem „Wie“ i.S.v. „Welcher Restrukturierungs- oder Sanierungsansatz ist jetzt der richtige?“ nach diesseitigem Verständnis nur zielführend beantwortet werden, wenn die Frage nach dem „Woher“, d.h. „Welche Gründe zeichnen makro-, aber vor allen Dingen auch mikroökonomisch für die aktuelle Entwicklung verantwortlich?“, beantwortet werden kann.

Auszug aus: Recht Automobil Wirtschaft (RAW) Jahrgang 9, März 2021

Den gesamten Artikel finden Sie ab Seite 9 im Magazin; einen Link zum Download finden Sie in unserem Downloadbereich. Viel Spaß beim Lesen!