Wege aus der Krise für Start-ups

Als Restrukturierungspartner unterstützen wir Gründer und/oder Geschäftsführer eines Start-ups bei der Überwindung von Krisensituationen und beim Aufbau funktionsfähiger Kontrollinstrumente zur Krisenprävention. Darüber hinaus profitieren sie von unserer Expertise bei den Besonderheiten der Start-up-Finanzierung.

Autor: Ann-Katrin Ruch

Start-ups können aus verschiedenen Gründen in die Krise geraten. Gerade ein junges Unternehmen stellt die Bewältigung dieser Krise vor große Herausforderungen. Mit gezielten Maßnahmen können Start-ups den Weg aus der Krise meistern. Was es dabei zu beachten, erklären die Restrukturierungspartner.

Haftungsabschirmung für Geschäftsführer

Von der Seed-Phase bis zur Series A, B, C – um die Weiterentwicklung eines Start-ups zu sichern, sind in der Regel mehrere Finanzierungsrunden notwendig. Gerade im Vorfeld einer solchen Finanzierungrunde ist eine positive Fortbestehensprognose bei Start-ups jedoch nicht immer eindeutig vorhanden. Damit besteht im Insolvenzfall ein latentes Haftungsrisiko für den Geschäftsführer des Start-up-Unternehmens.

Als sachverständige Dritte können wir die positive Fortbestehensprognose anhand von Indizien herleiten und für das Start-up oder gegenüber externen Finanzierungspartnern dokumentieren, sodass bestehende Haftungsrisiken minimiert werden. Je nach Ausgangslage unterstützen wir bei der Erstellung einer Zahlungsunfähigkeitsprüfung gemäß der Insolvenzordnung (§ 17 InsO) und/oder der Prüfung der Überschuldung (§ 19 InsO), wobei hier insbesondere die Überprüfung der positiven Fortbestehensprognose für das Unternehmen im Vordergrund steht. Wichtiges Kriterium: Es muss die überwiegende/hinreichende Wahrscheinlichkeit vorherrschen, dass eine vorhandene Finanzierungslücke geschlossen werden kann und dass der Fortführungswillen der Organe weiterhin vorhanden ist.

Gerichtliche und außergerichtliche Restrukturierung

Die Gründe für eine gründliche Analyse eines Geschäftsmodells und die möglicherweise notwendige Entscheidung für einen Pivot sind vielfältig:

  • veränderte Wettbewerbssituationen,
  • unvorhersehbare Nachfrageschwankungen nach Produkten oder
  • Änderungen in der Zeit- beziehungsweise Kostenplanung.

Das ist gerade nach der Unternehmensgründung keine Seltenheit. In aller Regel ist dann eine operative und/oder finanzwirtschaftliche Restrukturierung des Unternehmens unumgänglich. Darüber hinaus werden auch Start-ups, die bereits über eine gewisse Größe verfügen und deren Geschäftsmodell trotz Finanzierungsproblemen vielversprechend ist, von den bestehenden oder neuen Investoren häufig optimiert beziehungsweise restrukturiert.

In beiden Fällen kann sowohl eine außergerichtliche Restrukturierung des Start-ups als auch eine gerichtliche Sanierung in Eigenverwaltung oder im Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmens (StaRUG) sinnvoll sein. Wir unterstützen Sie bei der Durchführung einer Machbarkeitsanalyse für die gerichtliche Sanierung in Eigenverwaltung, bei der Durchführung eines Restrukturierungsverfahrens im Rahmen des StaRUG oder einer außergerichtlichen Restrukturierung.

Professionelle Finanzplanung

Für die Aufrechterhaltung einer vertrauensvollen Kommunikation mit den Finanzierungspartnern, die operative Steuerung des Unternehmens und die frühzeitige Ermittlung von Finanzierungslücken ist eine verlässliche Finanzplanung für jedes Unternehmen von großer Bedeutung. Besonders die Liquiditätsplanung hilft als Steuerinstrument für die operative Führung des Unternehmens. Aber auch eine belastbare integrierte Planungsrechnung ist gerade in der Kommunikation mit externen Finanzierungspartnern hilfreich.

Wir als Restrukturierungspartner unterstützen Sie bei der Erstellung von integrierten Planungsrechnungen, Business- und Liquiditätsplanungen sowie bei der Erstellung von Liquiditätsplanungen, auch in Verbindung mit der Definition von Maßnahmen zur Schließung von Finanzierungslücken.

Sanierungs- und Fortführungskonzepte

Gerade in der Wachstumsphase sind Start-up-Unternehmer und ihre Unternehmen auf interne, aber auch externe Finanzierungspartner angewiesen. Besonders in der Zusammenarbeit mit (Förder)Banken sind Regularien zu beachten, die in aller Regel nur schwer mit den Besonderheiten von Start-ups vereinbar sind. So werden häufig Sanierungs- oder Fortführungskonzepte zur Bedingung für Fresh Money oder die Aufrechterhaltung der bisherigen Darlehens- und Finanzierungsrahmen gemacht. Die formalen Anforderungen, die an solche Unterlagen gestellt werden, sind in aller Regel nicht für Start-up-Strukturen konzipiert (zum Beispiel IDW S 6 Gutachten).

Dank unserer Erfahrung stehen wir Start-ups bei der Anfertigung von Sanierungs- oder Fortführungskonzepten, die sich an den speziellen Anforderungen eines jungen Unternehmens in der Wachstumsphase orientieren, kompetent zur Seite. Wir sorgen dafür, dass Fremdkapitalfinanzierungen durch den Erfüllung der regulatorischen Anforderungen auch ausgezahlt oder aufrechterhalten werden können.

Distressed M&A und Bridge-Finanzierungen

Eine zu optimistische Planung, ein schlecht funktionierendes Forderungsmanagement oder personelle Engpässe – es gibt viele Gründe, die besonders in der Wachstumsphase schnell zu Liquiditätsengpässen führen können. Brauchen auch Sie eine Zwischenfinanzierung für Ihr Unternehmen? Gerade bei Start-ups sind nun einige Besonderheiten zu beachten. Überbrückungsfinanzierungen werden bei Start-ups nicht selten durch den Gründer selbst oder aus dem Bereich „Family, Friends and Fools“ gewährt. Im Insolvenzfall sind diese Darlehen jedoch nachrangig und ihre Tilgungen anfechtbar.

Verfügt das Start-up über ein funktionsfähiges Geschäftsmodell, kommt darüber hinaus ein Unternehmensverkauf an Finanzinvestoren oder Konkurrenten in Frage. Vorinsolvenzlich können auch Darlehen gegen Anteile gewährt werden.

Wir beraten Sie bei der Ausgestaltung und Gewinnung von Zwischenfinanzierungen und Überbrückungskrediten unter Berücksichtigung des Sanierungsprivilegs gemäß Insolvenzordnung (§ 39 InsO). Bei einer Investorensuche vor oder in der Insolvenz profitieren Sie von unserem „Distressed-Netzwerk“, insbesondere auch bei „loan to own“ Konstellationen.

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